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UHRENLEXIKON

Uhrenlexikon

 

A

a.m.
Anzeige, die häufig auf Digitaluhren zu finden ist. a.m. (ante = vor, meridiem = Mittag) bezeichnet den Zeitraum von Mitternacht bis zwölf Uhr mittags. p.m. (post = nach) steht für die Zeit von Mittag bis Mitternacht.
Anglierung
Kanten einer geschliffenen Fläche, auf 45 Grad bei exakt gleichbleibender Breite abgeschrägt und poliert.
Anker
Teil der Ankerhemmung, mit der Form eines Schiffsankers.
Ankerrad
Es bildet zusammen mit dem Anker die Hemmung und ist das letzte Rad im Räderwerk.
Arrondieren
Französisch: "Abrunden". Zapfen, deren Stirnseiten auf Lageflächen reiben, werden zur Verringerung der Reibung abgerundet.
Aufzugskrone
siehe Krone
Aufzugwelle
Welle, an deren äußeren Ende die Krone angebracht ist. Sie stellt die Verbindung zum Uhrwerk her.
Automatik-Uhr
Bei dieser Art Uhr wird die Bewegung am Arm des Trägers auf mechanischem Wege in Aufzugsenergie umgewandelt, indem über einen Schwung-Rotor die Zugfeder gespannt wird. Vorteil ist der im Vergleich zum Handaufzug gleichmäßigere Kraftverlauf und die Unabhängigkeit von äußeren Verrichtungen wie Aufzug oder Batteriewechsel. Jedoch muss die Uhr genügend bewegt werden. Die täglichen Gangabweichungen summieren sich im Laufe der Zeit.
Autoquarz-Antrieb
Vom japanischen Großserienhersteller Seiko entwickelte Verbindung von automatischem Antrieb und Quarzregelung des Gangs. Dadurch läuft die Uhr batteriefrei und dennoch quarzgenau. Auch ein Handaufzugs-Modell mit Quarzregelung ist inzwischen auf dem Markt. Eine weitere interessante Option beinhaltet, dass sich die Uhr auch dann die Zeit merkt, wenn sie mangels Antriebsenergie stehen bleibt (bis zu vier Jahren). Wenn sie wieder bewegt wird, stellt sie sich automatisch auf die aktuelle Zeit ein. (Auto relay)
Azuré-Schliff
Kreisförmiger Zierschliff bei Zifferblättern, z.B. für die Totalisatoren bei Chronographen.

 



B

Baguettewerk
Ein besonders schmales Werk, welches für sehr kleine Damenuhren verwendet wird.
Bläuen
Künstliche Oxydation von Stahlteilen, etwa von Zeigern, die mindestens seit dem 16. Jahrhundert gebräuchlich ist. Die polierten Teile werden so lange vorsichtig erhitzt, bis der gewünschte blau-violette Farbton erreicht wird.
Breguet-Spirale
Unruhspirale, bei der der letzte Spiralumgang doppelt knieförmig und nach oben gebogen ist. Die von Breguet 1795 erfundene und nach ihm benannte Spirale dehnt sich so nach allen Seiten gleichmäßiger aus.
Breguet-Zeiger
Nach Breguet benannte Uhrenzeiger aus gebläutem Stahl in der charakteristischen spitzen Form, die zu einem wegweisenden stilistischen Vorbild wurden.
Brücke
Auf zwei oder mehr Punkten der Grundplatine aufliegende und dort mit Stellstiften und Schrauben befestigte Messingplatte. Zwischen Brücke und Platine drehen sich die Achsen und Räder.

 



C

Cabochon
Rundgeschliffener Zierstein, manchmal als Abschluss einer Aufzugskrone eingesetzt.
Chaton
Kreisrundes Stück Metall mit in einer Bohrung eingefügtem Stein (Steinfutter). Der Chaton seinerseits wird in der Platine, der Brücke oder dem Kloben durch Einpressen oder Verschrauben befestigt.
Chronograph
Armbanduhr, deren zusätzlicher Mechanismus zum Messen bestimmter Zeiträume gestartet, angehalten und auf Null zurückgestellt werden kann.
Chronometer
Präzisionsuhr, die in verschiedenen Lagen und Temperaturen fein reguliert wird und durch die amtliche Prüfstelle COSC in La Chaux-de-Fonds ein Zeugnis (Chronometer-Zertifikat) erhält. Die Prüfung umfasst einen Zeitraum von 15 Tagen und bezieht fünf verschiedene Lagen (Krone oben, unten, links, Glas oben und unten) und drei verschiedene Temperaturen (8°, 23°, 38°) ein; dabei darf z.B. in Kategorie I (über 20 mm Werk-Durchmesser) der mittlere tägliche Gang nur zwischen -4 und +6 Sekunden liegen.
Chronometrie
Wissenschaftliche Zeitmesskunde. Hierzu gehören alle die Zeitmessung betreffenden Gebiete, wie die astronomische und physikalische Zeitbestimmung, die Zeitberechnung, die Zeitübertragung sowie Uhrentechnik.

 



D

Datumsanzeige
Angabe des Tages, der Woche, oder des Jahres. Manchmal werden die wechselnde Länge des Februars und die Schaltjahre berücksichtigt (sog. ewiger Kalender).
Dichtungsring
Eine wasserdichte Uhr wird mit mindestens einem Dichtungsring am Gehäusedeckel, dem Glas und der Krone versehen. Dichtungsringe bestehen heute aus Kunststoff.
Doppelchronograph
Chronograph mit zwei Sekundenzeigern zur Kurzzeitmessung, die sich unabhängig voneinander stoppen lassen.
Dreiviertelplatine
Eine große Räderbrücke, die das Werk zu drei Vierteln bedeckt. Eine Spezialität des Glashütter Uhrenbaus.

 



E

Edelstahl
Ein nicht rostender Stahl, welcher heute in der Uhrenindustrie nicht mehr wegzudenken ist. Edelstahl kann eine Legierung von Nickel und Chrom oder auch Molybdän und Wolfram mit Stahl sein. Edelstahl wird seit Beginn der dreißiger Jahre in der Uhrmacherei verwendet.
Ebauche
Rohwerk ohne Hemmung und Zugfeder.
Einstellring
Ein drehbarer Ring am Außenrand eines Uhrgehäuses. Er dient zur Ermittlung zusätzlicher Messwerte. Dies kann beispielsweise die Funktion einer Weltzeit oder auch das Messen von Tauchzeiten sein.
Etablisseur
Unternehmen, das sich ausschließlich mit dem Zusammenbau (Remontage) von Uhren befasst, deren Rohwerke bei speziellen Ebauche-Lieferanten eingekauft werden.
Ewiger Kalender
Neben der normalen Uhrzeit (Stunden, Minuten und Sekunden) wird zusätzlich noch Datum, Wochentag, Monat und Jahr angezeigt, unter Berücksichtigung der Schaltjahre, Monatslängen und Mondphasen.

 



F

Feder
Zugfeder zum Speichern der Aufzugsenergie.
Federhaus
Im Federhaus befindet sich die eingerollte Zugfeder, welche die Aufzugenergie speichert.
Feingehalt
Traditionell wird der Gehalt der Edelmetalle in Promille angegeben. 585er Gold bedeutet somit einen Anteil von 58,5% Feingold am Gesamtmetall. Die zugeschlagenen Metalle sind bei Gelbgold meistens Silber und Kupfer. Im Ausland wird der Anteil der Edelmetalle in Karat angegeben. Es entsprechen: 8 Kt. = 333, 14 Kt = 585, 18 Kt = 750. Die Berechnung ergibt sich aus dem Anteil Gold an 24 Kt = Feingold 100%.
Fliegendes Tourbillon
Tourbillon, bei dem Unruh, Anker und Ankerrad in einem einseitig gelagerten Käfig untergebracht sind, der sich in der Minute einmal im vollen Kreis herumdreht.
Fly-Back
Von Dubey & Schaldenbrand 1946 patentierte Variante des Mono-Rattrapante mit Doppelzeiger, bei dem Chrono- und Schleppzeiger über eine Spiralfeder miteinander gekoppelt sind. Fly-Back bedeutet wörtlich übersetzt die so genannte "fliegende Nullstellung", bei der durch Betätigung des unteren Drückers der Stoppzeiger angehalten, zurückgestellt und ohne Verzögerung sofort wieder gestartet werden kann. Diese praktische Vorrichtung wurde und wird besonders von Flugzeugpiloten gerne eingesetzt, um schnell und ohne großen Betätigungsaufwand Zwischenzeiten zu messen.

 



G

Galvanisierung
Auf galvanischem Weg wird das Basismaterial, aus dem die Uhrenteile gefertigt sind, mit einer dünnen Metallschicht, z.B. Gold oder Rhodium überzogen.
Gang
Der Gang ist der Unterschied zwischen zwei abgelesenen Uhrenständen bei 1 Tag Differenz.
Gangabweichung
Aufgrund unterschiedlicher Umwelteinflüsse wie Temperatur oder Lage des Werkes kann der Gang unterschiedlich ausfallen. Die Gangabweichung drückt den Unterschied zwischen zwei gemessenen Gängen aus.
Gangdauer
siehe Gangreserve
Gangprüfung
siehe Gang
siehe Chronometer
Gangreserve (Gangdauer)
Zeit, die zwischen Vollaufzug und völliger Entspannung der Zugfeder vergeht.
Gebläute Schrauben
Gehärtete Schrauben aus Stahl, die nach der Abkühlung von der Erhitzung auf ca. 290° Grad tiefblau anlaufen.
Genfer Punze
(auch: Genfer Siegel, Poinçon de Genève) Aus dem Jahre 1886 stammende Qualitätsauszeichnung der Stadt Genf. 1957 und 1994 wurde die Bestimmung neu gefasst und umfasst nun v.a. zwölf Festlegungen zur exakten Verarbeitung und Einstellung von Werkteilen, jedoch keine Ganggenauigkeitsprüfung. Vorgelegt werden können nur Uhren, deren Zusammenbau und Reglage im Kanton Genf erfolgt ist.
Genfer Streifen
Besondere bandförmige Verzierung auf Platinen, Brücken und Kloben.
Gesperr
Verhindert als Teil des Aufzugssystems der Uhr das Zurückrutschen des Sperrrades.
Gleitzaum
Damit bei automatischem Aufzug die Zugfeder nicht durch Überspannung reißen kann, ist ihr Ende als "Rutschkupplung" ausgelegt, die an der inneren Wand der Federhaustrommel entlang gleiten kann.
Glucydur-Unruh
Unruhreif aus der sehr harten Legierung Kupfer und 2-3% Beryllium, das in Frankreich Glucinium heißt und zusammen mit dem französischen Wort "dur" für "hart" zu Glucydur zusammengesetzt ist.
GMT
Abkürzung für "Greenwich Mean Time" Die mittlere Ortszeit des Meridians von Greenwich oder 0 Grad-Länge. Die auf den Nullmeridian bezogene Mittlere Zeit, wurde durch die Universal Time abgelöst.
Großdatum
siehe Panoramadatum
Guillochierung
Ornamente und Muster aus sich kreuzenden Linien (gerade und gebogen), die maschinell eingraviert werden. Man findet sie auf Zifferblättern und Gehäusen aus Silber oder Gold.

 



H

Halbschwingung
Winkel, den die schwingende Unruh zwischen ihren beiden Umkehrpunkten beschreibt. Zwei Halbschwingungen werden als Schwingung bezeichnet, hörbar als "Tick-Tack".
Handaufzug
Die Zugfeder wird durch tägliches Aufziehen mit der Aufzugskrone gespannt.
Hemmung
Sorgt für den schrittweißen, regelmäßigen Ablauf mechanischer Uhren, erkennbar am Ticken. Das Hemmungsrad überträgt schubweise die Energie vom Räderwerk auf den Gangregler (zb. Unruh) indem es diesen bei jeder Schwingung anstößt. Nach dem Anstoß schwingt die Unruh ohne Antrieb und blockiert das Hemmungsrad bis zum nächsten Anstoß.

 



I

Incabloc
Heute am häufigsten eingesetzte Stoßsicherung bei Uhren.
Indikationen
Bezeichnungen für sämtliche neben der Zeitangabe vorhandene Anzeigen. Hierzu zählen beispielsweise Anzeigen wie des Kalenders, der Mondphasen oder der Zeit anderer Zeitzonen.

 



J

Jahresdatum
Das Datum braucht nur einmal im Jahr eingestellt zu werden. (Im Unterschied hierzu werden beim Ewigen Kalender zusätzlich auch die Schaltjahre angezeigt.)

 



K

Kadratur
Zusätzlicher Schaltmechanismus, z.B. für Schlagwerke (Repetitionen), Kalendarien oder Chronographen.
Kaliber
Bezeichnung für die Abmessungen eines Uhrwerkes, heute häufig synonym für Werk verwendet.
Kannellierung
Vertikale Rillenverzierung am Uhrengehäuse.
Karat
Gewichtseinheit. Ein Kt = 200 Milligramm (mg)
Kleine Sekunde
Sekundenanzeige, die dezentral, also nicht in der Zifferblattmitte erfolgt.
Kloben
Ein Kloben ist Teil eines Werkgestells und liegt einseitig auf der Grundplatine auf, wobei er dort mit einer Schraube befestigt ist. Er dient dazu, Lager für bewegliche Teile wie Anker oder Unruh aufzunehmen.
Komplikation
Uhrwerk mit einem oder mehreren zusätzlichen Mechanismen (Schlagwerk, Kalender, Repetition, Chronograph, Wecker).
Krone
Seitlich am Gehäuse befindliches geriffeltes Rad zum Einstellen der Uhrzeit (oder weiterer Anzeigen wie Datum, zweite Zeitzone) und bei Handaufzugsuhren zum Spannen der Zugfeder.

 



L

Leuchtmasse
siehe Tritium
Lünette
Glasrand oder Zierring einer Uhr aus Metall mit einer Nut, in die das Uhrglas eingelegt wird. Die Lünette ist Teil des Uhrgehäuses. Bei Taucheruhren mit Minutenmarkierungen versehen und drehbar ausgelegt zum Einstellen der Tauchzeit.

 



M

Manufaktur
Hersteller, der sowohl das Werk als auch die weiteren wesentlichen Teile der Uhr selbst anfertigt.
Man rechnet heute im strengen Sinn nur ca. 14 Hersteller zu dieser Gattung. Hierzu zählen:
Audemars Piguet
Chopard
Girard-Perregaux
Glashütte
IWC
Jaeger-LeCoultre
Lange
Minerva
Patek Philippe
Piaget
Rolex
Universal Genève
Vacheron & Constantin
Zenith
Mechanische Uhr
Klassischer Uhrentyp ohne elektronisches Schwingungssystem.
Mikrorotor
Kompakter Schwungrotor einer Automatikuhr, der durch seinen kleineren Durchmesser in das Uhrwerk integriert werden kann und dadurch die Gehäusehöhe voll ausnutzen kann.
Mineralglas
Mineralisches Uhrglas (Härte 5 Mohs), nicht kratzfest.
Minute
Der 60. Teil einer Stunde und der 1440. Teil eines Tages.
Mitteleuropäische Zeit (MEZ)
Mittlere Ortszeit (Zonenzeit) des 15. Längengrades, der u.a. bei Falun, durch Görlitz, Zagreb und Südkalabrien verläuft. Sie gilt u.a. für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Mohs-Härte
Unterschieden werden Ritzhärte und Schleifhärte. Die Mohssche Härte misst die Ritzhärte als den Widerstand, den ein Mineral beim Ritzen mit einem spitzen Probiergegenstand entgegensetzt. Mohs wählte zehn verschieden harte Mineralien als Vergleichsstücke und gab ihnen die Grade eins bis zehn. Diese Skala beginnt mit Talk (Härte 1) und endet mit Diamant (Härte 10).
Mondphasenuhr
Zusätzlich zur Uhrzeit wird auch die Mondphase angezeigt.
Mono-Rattrapante
Aufgrund des geringeren Bauaufwandes preisgünstigere Variante des Schleppzeiger-Chronograph bzw. Rattrapante mit nur einem Stoppzeiger und zwei Chronographen-Drückern. Beim Festhalten des unteren Drückers hält der Stoppzeiger an, um die Zwischenzeit abzulesen, und springt beim Loslassen an die Position, die er beim Weiterlaufen ohne Stopp eingenommen hätte. Das mögliche Differenzintervall beträgt dadurch maximal 60 Sekunden.

 



N

Nivarox
Legierung aus Eisen, Nickel, Chrom, Titan und Beryllium für die Herstellung von Unruhspiralen, die sich durch ihre guten antimagnetischen und temperaturkompensierenden Eigenschaften auszeichnet.

 



O

Ortszeit
Alle durch astronomische Beobachtungen bestimmte Zeit. Sie schwankt täglich im Rhythmus der Zeitgleichung. Die Ortszeit zweier Orte unterscheidet sich von einander um die Differenz ihrer geographischen Länge. Die mittlere Ortszeit für größere Gebiete ist die Zonenzeit.

 



P

Palladium
Eines der 6 Platinmetalle (Platin, Iridium, Osmium, Palladium, Rhodium, Rhutenium). Es wurde wegen des relativ geringen Preises als günstigere Variante zum Platin verwand. Zeitweilig ist der Preis des Palladiums über den des Platins gestiegen. Weißgold wird u. a. durch Palladiumzusatz weiß und hat sich ebenfalls verteuert.
Panoramadatum
Großdatumsanzeige mittels zweier konzentrisch angeordneter Zahlenringe.
Perlierung
Besondere wolkenförmige Verzierung auf Platinen, Brücken und Kloben.
Platin
Wertvollstes Edelmetall. Nachdem Platin schon um 1500 v. Chr. in Nordafrika und Südamerika bekannt war, geriet es über eine Zeitspanne von 2000 Jahren in Vergessenheit und wurde erst um 1850 von Louis Cartier als Schmuck verwendet. Platinschmuck war besonders zur Zeit der Art déco beliebt. 1924 entdeckte der deutsche Geologe Dr. Hans Merensky westlich von Johannesburg die bislang größten Platinlager der Welt. Es gibt auf der ganzen Erde nur wenige Funde dieses seltenen Metalls. Für eine einzige Unze Platin (31,1 g) müssen ca. zehn Tonnen Erz abgebaut werden.
Platin ist fester, zäher und auch schwerer als andere Schmuckmetalle. Daher ist seine Verarbeitung extrem aufwendig; es müssen hierzu besonders widerstandsfähige Maschinen und Werkzeuge verwendet werden. Platin wird vorwiegend mit einem Feingehalt von 950/000 verarbeitet (also reiner als die üblichen Goldlegierungen).
Pulsometer
Uhrenskala, die die Ablesung der Pulsschlagfrequenz pro Minute ermöglicht.

 



Q

Quarzuhr
Zeitmesser, in dem weder Feder, Unruh noch Hemmung vorhanden ist.
In einem Quarzwerk wird ein Kristall zum Schwingen gebracht. Die gleichmäßige Schwingung wird nun genutzt, um mit Hilfe eines Chip, also einer integrierten Schaltung, einen Motor anzutreiben. Im Rhythmus der zugeführten Impulse dreht dieser ein Räderwerk.
Vorteil ist die sehr hohe Ganggenauigkeit und der geringe Platzverbrauch, Nachteil die Umweltvergiftung durch die Batterie und die Abhängigkeit vom Batteriewechsel.

 



R

Räderwerk
Sämtliche Räder und Triebe, die vom Federhaus aus die Triebkraft an das Hemmungsrad übertragen. Dazu gehören:
Minutenrad
Kleinbodenrad
Sekundenrad
Hemmungsrad
Alle diese Räder sind auf ihren Trieben meistens aufgenietet.
Rattrapante
siehe Schleppzeiger-Chronograph
Regulator
Bei diesem Uhrentyp dominiert als einziger großer Zeiger der Minutenzeiger, während Stunden- und Sekundenzeiger sich jeweils dezentral in kleineren Zifferblattbereichen drehen.
Regulierung
Feineinstellen einer Uhr mit mechanischem Schwingsystem. Es gibt unterschiedliche Verfahren und Qualitäten: Bei normaler Regulierung wird der Gang der Armbanduhr mit "Zifferblatt oben" und "Krone oben" gemessen und auf maximal 30 Sekunden Gangabweichung eingestellt. Bei Regulierung in verschiedenen Lagen wird in 2, 5 oder 6 Lagen reguliert, etwa horizontal: "Zifferblatt oben" (ZO), "Zifferblatt unten" (ZU) und vertikal: "Krone oben" (KO), "Krone links" (KL), "Krone rechts" (KR), "Krone unten" (KU). Bei Regulierung der Temperaturkompensation wird der Gang jeweils 24 Stunden bei 4°, 20° und 36° C gemessen und reguliert.
Repetition
Zusätzliches Läutwerk einer Uhr, das Minuten, Viertelstunden und/oder Stunden akustisch verdeutlicht.
Retrograde Anzeige
Der entsprechende Zeiger läuft rückwärts.
Rhodinierung
Rhodium gehört zur Familie der Platinmetalle und wird als hell glänzend weiß aussehender Überzug galvanisch auf andere Metalle aufgebracht. Dies verleiht Schmuckstücken mehr Brillanz. Auch kann durch Rhodinierung das Anlaufen silberner oder versilberter Gegenstände verhindert werden. Ein weiterer Nutzen des Rhodiumüberzugs ist seine extrem antiallergische Eigenschaft bei Hautkontakten. Einschränkungen ergeben sich aus dem Preis (ca. 80.000 Euro pro kg) und aufgrund der Tatsache, dass sich Titan bzw. Edelstahl erst nach vorhergehender Vergoldung überziehen lassen.
Rohwerk
Die rohen Einzelteile einer Uhr wie Platinen, Räder, Hebel und Schrauben, die fabrikmäßig hergestellt, zusammengesetzt und verkauft wurden. Der Uhrmacher passt die Teile genau aufeinander an, verfeinert und veredelt das Uhrwerk und baut es schließlich zum Wiederverkauf in ein Gehäuse ein. Die größten Rohwerkhersteller arbeiten seit dem 18. Jahrhundert in der Schweiz.
Rotor
Das Schwunggewicht des automatischen Aufzugs, entweder in der verbreiteten Variante über die gesamte Gehäusebreite parallel zum Werk kreisend (Zentralrotor), oder als Mikrorotor ins Uhrwerk integriert.

 



S

Saphirglas
Wertvolles künstlich hergestelltes Glas mit höchster Härte und Kratzfestigkeit (9 Mohs), die nur von Diamant übertroffen wird.
Satinierung
Samtig wirkender, weich glänzender Feinschliff (ausgehend von "Satin").
Schaltrad-Chronograph
Klassischer Chronographen-Typ, bei dem die Start-, Stopp-, und Nullstellung der Zeiger über ein neunzahniges Säulenrad, später auch Schaltrad genannt, gesteuert wird. Die handwerklich sehr anspruchsvolle Fertigung dieser Technik wird heute nur noch in seltenen Fällen durchgeführt. Daher stellen Uhren mit dieser in den 30er und 40er Jahren verbreiteten Konstruktion heute sehr gesuchte Sammlerstücke dar.
Schiffschronometer
Auf Schiffen mitgeführte Uhren, meist mit Chronometerhemmung und Kardanischer Aufhängung des Werkgehäuses. Benutzt werden Schiffschronometer zur Längenbestimmung auf See.
Schleppzeiger-Chronograph
Diese Art von Chronograph wurde früher Doppelzeiger-Chronograph oder "nachspringende Sekunde" genannt, ein Synonym hierfür ist Rattrapante (von französisch rattraper = wieder einholen). Der Schleppzeiger, ein zweiter großer Stoppzeiger, wird angehalten, um eine Zwischenzeit zu stoppen; beim Loslassen springt er auf den Stand des anderen Stoppzeigers nach und läuft mit diesem synchron weiter. Hierdurch können beliebig viele Zwischenzeiten genommen werden (sofern es sich nicht um Abstände von nur wenigen Sekunden handelt).
Schnellschwinger
Uhren mit 28 800 oder 36 000 Halbschwingungen der Unruh pro Stunde nennt man Schnellschwinger.
Schrauben-Unruh
Wie der Name schon sagt, besitzt der Unruhreif Schrauben, die die Masse und damit das Trägheitsmoment der Uhr beeinflussen können.
Schraubboden
Mit einem Gewinde versehener Boden, der ins Uhrengehäuse eingeschraubt ist.
Schraubkrone
Mit dem Gehäuse verschraubbare Aufzugskrone, die für eine komplette Wasserdichtheit sorgt. Zuerst von Rolex 1926 im Oyster-Modell eingesetzt und ein Jahr später bei der Durchschwimmung des Ärmelkanals durch Mercedes Gleitze publikumswirksam erprobt.
Schwanenhals-Feinregulierung
Vorrichtung in Form eines Schwanenhalses für das Feineinstellen einer Uhr mit mechanischem Schwingsystem.
Sekunde
Nach der Minute die zweite Unterteilung der Stunde. Durch die Teilung des Tages in 24 Stunden ist die Sekunde der 86400. Teil eines mittleren Tages und damit astronomisch durch die Rotation der Erde festgelegt.
Skelettierung
Um der Uhr ein filigraneres Aussehen zu verleihen, werden Brücken, Platinen, Zifferblätter und ggf. Rotoren so ausgesägt, dass möglichst wenig Material übrig bleibt und durch Uhrglas und Glasboden ein kunstvolles Ornament sichtbar wird. Besonders aufwendig ist dies bei Chronographen, die über beträchtlich mehr zu bearbeitende Teile verfügen als einfache Uhren.
Skelettierte Werke werden oft noch mit feinen Gravierungen und Ziselierungen versehen. Es gibt manuelle und maschinelle (computergesteuerte) Skelettierung.
Sonnenschliff
Halbkreisförmiger Schliff auf Werk- oder Gehäuseteilen.
Sperrad
Teil des Aufzugssystems der Uhr.
Spiralfeder
Die Spiralfeder bildet zusammen mit der Unruh das Schwingungssystem. Sie besteht aus einem dünnen Flachdraht, zumeist aus Nivarox.
Springende Stunde
In einem Fensterchen, meist am oberen Rand des Zifferblattes, befindet sich eine Scheibe mit den Stundenziffern, die stündlich springend weitergeschaltet wird.
Steine
Synthetisch hergestellte Rubine, die Abnutzung und Reibung der Räder vermindern.
Stoppuhr
siehe Chronograph
Stoßsicherung
Elastisch gelagerte Steinlager der Unruhwelle sorgen dafür, daß deren Zapfen bei Stößen und beim Herunterfallen der Uhr nicht brechen. Die gebräuchlichste Stoßsicherung ist heute Incabloc, eine weitere ist Kif-Flector.
Superluminova
Neue Leuchtmasse, die seit neuestem auch anstelle von Tritium eingesetzt wird.
Swiss Made
Als Schweizer Uhr gelten Uhren, deren Werk in der Schweiz zusammengesetzt, in Gang gesetzt, reguliert und vom Hersteller kontrolliert worden ist, ferner wenn es mindestens 50% aller Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation enthält (dem Wert nach gerechnet), und es in der Schweiz der dort geltenden technischen Kontrolle unterliegt.

 



T

Tachymeter
Uhrenskala zum Messen der Geschwindigkeit. Wird bei einem Chronograph beim Passieren eines Kilometersteins der Sekundenzeiger gestartet, so zeigt dieser beim Erreichen des nächsten Kilometersteins auf der Tachymeterskala die Geschwindigkeit an.
Taucheruhren, Taucheruhr
Uhren, bei denen die Wasserdichtheit maßgeblich ist. In der Regel sind diese Uhren bis mindestens 100m Tiefe (10 bar Druck) wasserdicht. Ferner spielt die Ablesbarkeit eine wichtige Rolle, ebenso eine nur in einer Richtung drehbare Lünette zum Einstellen der Tauchzeit.
Titan
In jüngerer Zeit für Uhrengehäuse gerne verwendetes, grau aussehendes Metall, das wegen seiner Kombination von Eigenschaften wie Leichtigkeit und Widerstandsfähigkeit bereits seit längerem im Flugzeugbau eingesetzt wird. Titan ist antiallergisch und wärmespeichernd und daher angenehm auf der Haut zu tragen.
Totalisatoren
Kleine Zeiger, die beim Chronographen die gestoppten Stunden, Minuten und Sekunden anzeigen. Die Anordnung dieser Zeiger richtet sich in der Regel nach dem verwendeten Uhrwerk, z.B. beim gebräuchlichen Valjoux 7750 bei der 6, 9 und 12.
Tourbillon
Der geniale Erfinder Breguet kam auf die Idee, eine Ursache von Gangungenauigkeiten, nämlich den Einfluss der Schwerkraft auf den Schwerpunkt der Unruh, durch eine besondere Vorrichtung zu neutralisieren. Hierbei befinden sich Ankerrad, Anker und Unruh auf einer kleinen Platte in einem so genannten Drehgestell, einem auf der Welle des Sekundenrades sitzenden Käfig. Wie das Sekundenrad dreht sich nun auch das Drehgestell einmal pro Minute um sich selbst, wodurch eventuelle Lagen- oder Schwerpunktfehler ausgeglichen werden.
Aufgrund der inzwischen auch auf konventionelle Weise erreichten hohen Ganggenauigkeiten ist der Tourbillon heute nur noch eine exklusive Luxusbeigabe, jedoch gilt er als Gipfel in der Ausstattung außerordentlich wertvoller Uhren.
Tritium
Leicht radioaktives Leuchtmaterial zur Markierung auf dem Zifferblatt, heute aufgrund der harmlosen Strahlenbelastung anstelle von Radium verwendet.

 



U

Unruh
Schwingreif als Teil des Schwingungssystems.

 



W

Wahre Zeit
Die wahre Zeit ist kein konstantes Zeitmaß, welches von Sonnenuhren angezeigt, und von der unterschiedlichen Entfernung von Sonne und Erde während des Jahres bestimmt wird. Die Abweichung von der Mittleren Zeit beträgt bis zu + 16 Minuten.
Weltzeituhr
Zeitmessinstrument, das die Zonenzeiten der Erde an verschiedenen Orten anzeigt.
Werkhaltering
Aus Metall (bei niederwertigen Uhren auch aus Kunststoff) bestehender Ring, der den Raum zwischen Gehäuse und Werk ausfüllt und das Werk befestigt, teilweise auch vor Stößen schützt.
Werkplatte
Grundplatine, auf der das Uhrwerk aufbaut. Auf der Vorderseite wird das Zifferblatt befestigt; die Rückseite dient als untere Lageraufnahme für die verschiedenen Radwellen (Zapfen).

 



Z

Zeiger
Ein meist an der Mitte des runden Zifferblattes drehbar befestigter Stab aus Metall, der auf die kreisförmig angeordneten Ziffern weist. Es gibt viele Formen wie Birnen-, Pfeil-, Kleeblatt- oder die gerade Form. Sie werden auch nach dem Verwendungszeck eingeteilt und benannt: Stundenzeiger, Minutenzeiger, Sekundenzeiger, Zeiger für die Zentrumssekunde, Chronographenzeiger, usw.
Zentralsekunde
Im Gegensatz zur dezentralen Kleinen Sekunde in Zifferblattmitte angezeigte Sekunde.
Zonenzeit
Vereinheitlichte und für größere Bereiche (Länder oder Landesteile) gültige Ortszeit, z. B. Mitteleuropäische Zeit (MEZ).
Zugfeder
Im Federhaus eingelegte Metallfeder, die die entweder durch Handaufzug oder automatischen Aufzug zugeführte Energie speichert.
Zwiebel-Krone
Zwiebelförmige Aufzugskrone.

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